PEP (Peer Education Project)

Freitag, 1. Januar 1999

Alois Weberndorfer, Thomas Kroiss

Das "Peer Education Project" (PEP, 1999-heute)

Die logische Fortsetzung des SIK Projekts.

PEP, ein Sozialprojekt gemeinsam mit dem IKARUS (Beratungsstelle für Jugend- & Suchtfragen in Vöcklabruck) und FOCUS (Institut für Suchtprävention in Linz). Das Projekt fand großes mediales Echo sowie auch namhafte finanzielle Unterstützung durch den Distrikt, das Land Oberösterreich sowie durch diverse Sponsoren aus der Wirtschaft.

Das Projekt machte sich die Erkenntnis zu Nutze, dass sich Jugendliche in der Pubertät in ihrem Verhalten und ihren Einstellungen zunehmend an Gleichaltrigen und immer weniger an Erwachsenen orientieren. "Peers" (englischer Ausdruck für Gleichwertige, Gleichaltrige) wurden zu den Themen Sucht und deren Ursachen sowie den Möglichkeiten der Prävention ausgebildet. Durch ihre Vorbildfunktion sollten sie dann Freunde und Mitschüler positiv beeinflussen.

Das "Peer Education Project" war ein Projekt zur primären Suchtvorbeugung in das alle Schulpartner (Schüler, Lehrer, Eltern) und das weitere soziale Umfeld einbezogen wurden. Im Rahmen dieses Projektes wurden bzw. werden Schüler in Seminaren zum Thema Suchtprävention ausgebildet. Als "Peers" sollten sie dann in ihrem Umfeld, im wesentlichen in der Schule und ihrem Freundeskreis, als Vorbilder ihre Erfahrungen weitergeben und so als Multiplikatoren wirken.

Im Rahmen des Projektes wurde unter dem Begriff "Sucht" die Entwicklung psychischer Abhängigkeit, der Verlust der Kontrolle über das Suchtmittel, das Dominieren des Suchtmittels im Alltag, die Fortsetzung des Konsums trotz schädlicher Folgen und fallweise die Entwicklung von Toleranz und körperlicher Abhängigkeit verstanden. Dabei beschränkte sich der Suchtbegriff nicht nur auf die Abhängigkeit von legalen und illegalen Suchtmitteln, sondern umfasste auch Arbeits-, Kauf- und Spielsüchte sowie die Essstörungen wie Anorexie und Bulimie.

Zielgruppe waren anfangs alle Schüler ab der 7. Schulstufe (Alter ca. 13 Jahre) in den Schulen der Gemeinden des Einzugsgebietes. Das Projekt wurde in der ersten Phase in vier Schulen des Bezirks Vöcklabruck gestartet (HS Seewalchen, BG Vöcklabruck, HS Vöcklabruck, HS I Schwanenstadt) und später auf weitere Schulen ausgedehnt.

Gelenkt wurde das Projekt von einem Trägergremium bestehend aus drei Vertretern unseres Clubs sowie je einem Mitarbeiter des Instituts für Suchtprävention und des IKARUS. Für jede am Projekt teilnehmende Gemeinde wurde ein Team eingerichtet, welches aus den Peers, den Trainern und Mitarbeitern des Instituts für Suchtprävention, zwei Vertretern unseres Clubs, Vertretern der Schule (Schularzt, Lehrer, Drogenbeauftragter) sowie Eltern- und Gemeindevertretern bestand. Neben der Kontakthaltung zum Trägergremium war es die Aufgabe dieses Teams auch über das eigentliche "Peer Education Project" hinausgehende, weiterführende Aktivitäten im Umfeld der "Peers" wie z.B. Ausstellungen, Vorträge sowie Medienberichte zu entwickeln und umzusetzen.

Je Klasse wurden ein bis zwei SchülerInnen zu "Peers" ausgebildet und permanent fachkundig bei ihrer Arbeit betreut. Die Trainingsseminare für die "Peers" wurden von Fachleuten abgehalten und sollten im Wesentlichen die Formen der Sucht, deren Ursachen sowie den kritischen Umgang mit Rausch, Konsum und Genuss vermitteln. Es sollten Möglichkeiten der Prävention und der Umgang und die Verarbeitung von Krisen und Konflikten gelehrt werden.

Die Aufwendungen für dieses Projekt waren aus der Sicht unseres Clubs beträchtlich und konnten nur durch bereits erwähnte Unterstützungen aufgebracht werden. Es wurden Folder, T-Shirts, Plakate sowie Informationsmaterial bereitgestellt, letztlich auch ein Videofilm produziert.

Seit dem Jahr 2000 wurden dutzende "Peers" ausgebildet, welche die Arbeit ihrer Vorgänger stets mit großem Engagement weitergetragen und so wertvolle Arbeit für Jugendliche an den jeweiligen Schulen und im Freundeskreis geleistet haben.

Die ursprüngliche Idee dieses Projektes sah vor, es an mehreren Schulen anzustoßen und es zu einem Selbstläufer zu machen. Seit mehreren Jahren wird es jedoch nur mehr an der HAK (Handelsakademie) Vöcklabruck betrieben. 

Das "Peer Education Project" gilt zweifellos als eines der erfolgreichsten Projekte die der RC Vöcklabruck-Attersee je durchgeführt hat.


Zielsetzung

Ausbildung sogen. "Peers" an Schulen in Fragen der Suchtprävention


Finanziell

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Allgemein

Schwerpunkt: Sonstiges
Projekttyp: Regional
Projektart: Clubprojekt (ohne TRF Förderung)
Land: Österreich
Ort: Bezirk Vöcklabruck
Projektzeitraum: 01.01.1999 - 01.11.2014
Kontaktperson: Alois Weberndorfer, Thomas Kroiss


Partnerclubs

Distrikte: 1920

Sonstige Partner: IKARUS (Beratungsstelle für Jugend- und Suchtfragen in Vöcklabruck), FUCUS (Institut für Suchtprävention, Linz), Land OÖ