Projekt SIK (Sucht Informations Karte)

Monday, January 1, 1996

Alois Weberndorfer

Projekt SIK (1996-1998)

Auch die Schulstadt Vöcklabruck blieb nicht von Drogenproblemen verschont was schließlich den entscheidenden Impuls für dieses Projekt gab. 

SIK bedeutet Sucht-Informations-Karte. Dahinter stand ein Sozialprojekt zum Thema Sucht unter dem Motto "Sucht ist Flucht". Die Zielsetzung dieses Projekts lag in einer verbesserten Information über die Mechanismen und die Hintergründe die zur Sucht führen sowie über die Vielfalt der Suchtarten (nicht nur Drogen) und über die Möglichkeiten der Verhinderung. Damit dieses Projekt bereits vom ersten Start weg möglichst professionell und nicht als isolierte "Einzelaktion" ablief, wurde eine enge Zusammenarbeit mit dem Drogenberatungsinstitut IKARUS in Vöcklabruck sowie dem Institut für Suchtprävention FOCUS in Linz angestrebt. Das sichtbare Produkt unserer rotarischen Bemühungen war die Entwicklung und die Produktion einer Suchtinformationskarte (SIK; Untertitel : "Sucht ist mehr als Drogen").

Mit aktiver Unterstützung des Landesschulrates Oberösterreich wurde diese Karte an alle Eltern der Schülerinnen und Schüler ab der 5. Schulstufe im Bezirk Vöcklabruck verteilt (etwa 13.000 Karten). Durch die Verteilung über die Schulen wurden die Jugendlichen selbst aktiv einbezogen. Daneben erhielten auch alle Lehrpersonen diese Karte. Vom Landesschulrat für Oberösterreich wurde die SIK in den Drogenkoffer sämtlicher oberösterreichischen Schulen integriert. Die Begrenzung auf den Bezirk Vöcklabruck wurde durchaus bewusst gewählt. Erreicht werden sollte eine Meinungsbildung zum Thema Sucht. Dazu erfolgten auch Informationsveranstaltungen in den Rotary Clubs.

Unterstützt wurde dieses Projekt durch eine Serie zum Thema Sucht in der Wochenzeitung "Vöcklabrucker Rundschau" sowie im Bezirks-TV. Diese Serien wurden von den Projektverantwortlichen initiiert, thematisch und zeitlich mit dem Projekt abgestimmt aber von den genannten Medien eigenständig produziert und publiziert. Auch hier kam es zu einem Wechsel in der Sicht der Drogenproblematik. Die Serien beschäftigten sich mit der Sucht schlechthin, die Drogenproblematik wurde als Teil der Suchtproblematik in einem eigenen Beitrag (neben Alkohol, Nikotin, Ess- und Verhaltensstörungen, Medikamenten, etc.) abgehandelt.

Im Rahmen einer Festveranstaltung in der Don Bosco Schule Vöcklabruck wurde die Informationskarte symbolisch dem Präsidenten des Landesschulrates für Oberösterreich übergeben. Eine große Delegation von Festgästen aus Schulen, Politik, Klerus, etc. war zugegen, eine entsprechend Medienpräsenz wurde mit einer Pressekonferenz am Vormittag des Festabends am 28.4.1997 im Presseklub Linz erreicht. Die SIK fand auch ihre Würdigung und Präsentation durch die damalige Unterrichtsministerin Frau Dr. Elisabeth Gehrer im Rahmen einer weiteren Pressekonferenz.

Im Anschluss wurde 1998 auch eine Evaluierung der SIK durch eine in Zusammenarbeit mit IKARUS und FOCUS erstellte Fragebogenaktion mit einem sehr zufriedenstellenden Ergebnis durchgeführt. Die SIK fand auch ein äußerst positives rotarisches Echo.

Mit einem relativ geringen finanziellen Aufwand konnte ein Maximum an Wirkung erreicht werden. Rund 44% der Projektkosten konnten durch Sponsoren aufgebracht werden, in erster Linie sind jedoch die enormen Eigenleistungen der Rotarier des RC Mondseeland sowie unserer eigenen Clubmitglieder hervorzuheben. Somit erfüllte sich auch ein weiteres Ziel am Rande, nämlich durch das aktive Einbringen der eigenen Mitglieder Großes zu erreichen und zu bewegen.

Die Idee zu diesem Projekt geht auf Theodor Stimpfl-Abele (RC Mondseeland) zurück, welcher im RC Vöcklabruck mit Alois Weberndorfer einen Partner fand.